Vermeidung von Schimmelpilzbildung

Schwitzwasserbildungen in Wohnräumen – dieses Problem kannte früher kaum jemand. Vor der ersten Ölkrise und der danach folgenden Wärmeschutzverordnung vom 01.11.1977 wurde buchstäblich zum Fenster hinaus geheizt. Alte Fenster setzten dem Luftstrom nur einen geringen Widerstand entgegen. Die schmalen Rahmen verzogen sich mit der Zeit und wurden undicht. Mit dem Einbau moderner Kunststofffenster zog es nicht mehr – und es konnte Energie gespart werden.

Doch plötzlich trat ein neues Problem auf: Feuchtigkeit! Diese zeigt sich mit den bekannten Symptomen wie Schwitzwasser an den Fensterscheiben, Schimmelpilzbildung, Bauschäden und Verschlechterung des Wohnklimas. Die Aufgabe der Raumlüftung besteht darin, feuchte Raumluft gegen kühlere und trockenere Außenluft auszutauschen.

Wärmedämmung

Die Rolle der Profilgeometrie beim Wärmeschutz

Die Funktionen, die das Fenster als Bauelement im Laufe seiner Entstehungsgeschichte erfüllt, sind sehr vielfältig: Belichtung, Belüftung, Möglichkeit zum Ein- und Ausblick, Wärme- und Schalldämmung, Verdunkelung – um nur einige zu nennen. Fenster und Türen prägen ganz wesentlich die Architektur eines Gebäudes; sie unterbrechen optisch die Fassade und setzen so sehr individuelle Akzente.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Im Gegensatz zu Anzahl und Ausbildung der Kammern, die bei einem fertigen Fenster nicht erkennbar sind, ist die Bündigkeit ein sichtbares Merkmal bei der Gestaltung eines Fensterprofils aus PVC. Bei Fenstern aus flächenbündigen Profilen bildet die Außenansicht von Flügel und Blendrahmen eine Ebene. Daraus resultieren einige konstruktive Vorteile: so wird ein unmittelbares Einwirken des Schlagregens auf den äußeren Überschlag vermieden. Außerdem können—bedingt durch die größere Tiefe der Glasfalz—Verglasungsvarianten mit stärkeren Gläsern (Funktionsgläser) eingesetzt werden, wie sie beispielsweise zur Erzielung eines höheren Schallschutzes notwendig sind.

In der Altbausanierung werden häufig flächenversetzte Profile verwendet, weil es damit leichter ist, die Optik alter Holzfenster nachzuahmen.

Unterscheidungsmerkmal Kammerausbildung

Das charakteristische Merkmal für die Geometrie eines Kunststofffensterprofils ist primär die Anzahl und Ausbildung der Kammern im Profilkörper. Dabei ist die geringste Anzahl von Kammern in Richtung des Wärmeflusses von innen nach außen maßgebend.

Aufgrund der relativ schlechten Wärmedämmung werden Hauptprofile mit nur einer Kammer nicht mehr am Markt angeboten. Der k-Wert solcher Konstruktionen lag im Bereich von 2,0 bis 2,4 W/m²K und erfüllt die heutigen Anforderungen an die Energieeinsparverordnungen längst nicht mehr.

Zweikammerprofile besitzen eine außen liegende Vorkammer zur Ableitung des Wassers und eine zweite große Kammer zur Aufnahme der Stahlaussteifung. Durch die Vorkammer hat dieses Profil eine bessere Wärmedämmung als das Einkammerprofil (k-Wert 1,6 bis 1,9 W/m²K).

Dreikammerprofile besitzen auch auf der Rauminnenseite eine Vorkammer, was die Wärmedämmung zusätzlich verbessert. Der k-Wert von Dreikammerprofilen liegt im Bereich von 1,3 bis 1,7 W/m²K. Die Bautiefe dieser Konstruktionen liegt bei ca. 60 mm.